Kleine Sträucher, grosse Wirkung

In den vergangenen Jahrzehnten gingen viele natürliche Lebensräume verloren. Bestehende Ökosysteme werden kleiner, während Siedlungen wachsen. Auch moderne Gärten spielen der Natur oft nicht gerade in die Karten. Viele Flächen bestehen aus kurz geschnittenem Rasen, versiegelten Bereichen oder exotischen Zierpflanzen, die der heimischen Tierwelt nur wenig bieten. Zeit also, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Augen auf und Ohren gespitzt für alle Gartenbesitzer, Strauch-Botaniker und Hobby-Arboristen.

Strauch

 

Was sind einheimische Sträucher?

Ein Strauch gilt als einheimisch, wenn er in einer Region natürlich vorkommt und sich ohne menschliche Hilfe verbreitet hat. Über lange Zeit haben sie sich gemeinsam mit heimischen Insekten, Vögeln und anderen Tieren entwickelt.

Viele Gartenpflanzen stammen dagegen aus Züchtungen oder wurden importiert. Sie können zwar schön blühen, bieten der heimischen Tierwelt aber nicht automatisch einen Nutzen.

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Warum sind einheimische Sträucher wichtig?

Heimische Sträucher kennen ihre Umgebung bestens. Sie kommen mit Klima, Böden und Jahreszeiten zurecht und bieten gleichzeitig Nahrung und Lebensraum.

Eine Eiche, ein Holunder oder eine Kornelkirsche sind deshalb nicht einfach nur Pflanzen, sondern Teil eines riesigen Netzwerks. Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzen und Blühzeiten angewiesen. Schmetterlinge finden zwar Nektar an vielen Blumen, ihre Raupen benötigen jedoch oft ganz bestimmte Wirtspflanzen. Fehlen diese, fehlt auch die nächste Generation.

Einheimische Pflanzen sind somit weit mehr als nur Waldbewohner. Sie verbinden Schönheit mit Nutzen und zeigen, wie perfekt sich die Natur über lange Zeit aufeinander abgestimmt hat.

Gestaltungselement

Wieso ausgerechnet Sträucher?

Die Auswahl heimischer Pflanzen ist riesig. Vom kleinen Bodendecker bis zum mächtigen Baum gäbe es für fast jeden Standort eine passendes Gewächs. Doch welche Pflanzen sind nicht nur schön, sondern liefern auch einen echten Mehrwert? 

Unsere Wahl fiel auf den guten alten Strauch. Oft belächelt und kaum beachtet im Schatten stolzer Bäume und bezaubernder Blumen. Doch wird das dem Strauch gerecht? Mitnichten!
Denn obwohl oft übersehen, steht er fast überall: der gemeine Strauch, der dichte Busch, das Gehölz, die Hecke. Oder, botanisch ausgedrückt, der Frutex.
Vorhang auf für sechs heimische Sträucher, die mehr können, als man ihnen zutraut:

Nicht jede Blüte ist ein Festmahl

Eine schöne Blüte bedeutet nicht automatisch, dass sie für Insekten wertvoll ist. 

Viele moderne Zierpflanzen wurden über Generationen so gezüchtet, dass sie besonders grosse, farbenprächtige oder gefüllte Blüten bilden. Was für unser Auge attraktiv aussieht, kann für Bienen und andere Bestäuber jedoch problematisch sein.

Bei gefüllten Blüten wurden viele Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Dadurch fehlt oft genau das, was Insekten suchen: Pollen und leicht zugänglicher Nektar.

Heimische Wildpflanzen wirken manchmal unscheinbarer, sind für die Tierwelt aber oft deutlich wertvoller. Sie sind über Jahrhunderte gemeinsam mit unseren Insekten entstanden und bieten genau zur richtigen Zeit die passende Nahrung.

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Frutex gut, alles gut?

Sechs Sträucher, sechs Geschichten. Und doch verbindet sie alle dasselbe: Sie sind weit mehr als Gartendekoration.

Der Sanddorn zeigt, dass heimische Pflanzen auch kulinarisch überraschen können. Die Hasel bringt den Frühling zurück. Der Liguster beweist, dass eine Hecke gleichzeitig Sichtschutz und Lebensraum sein kann. Und selbst unscheinbare Arten wie der Purgier-Kreuzdorn belegen, wie wichtig jede einzelne Pflanze für das grosse Ganze ist.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke heimischer Pflanzen: Sie müssen weder exotisch noch selten sein, um einen wertvollen Beitrag zu leisten. Oft sind es gerade die bekannten Begleiter unserer Landschaft, welche über Jahrhunderte ein fein abgestimmtes Zusammenspiel mit Insekten, Vögeln und anderen Tieren entwickelt haben.

Denn Biodiversität beginnt nicht nur im Wald oder Naturschutzgebiet. Vielleicht beginnt sie direkt vor der Haustüre – mit einem einzigen Frutex.

Fischer Kristina web

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Kristina Fischer

Gartenbau Zollikofen
Tel: 031 910 44 88

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